3. Malwerkzeuge

Abbildung 14.38. Die Malwerkzeuge (Werkzeugmenü)

Die Malwerkzeuge (Werkzeugmenü)

3.1. Allgemeine Eigenschaften

Im unteren Bereich des Werkzeugfensters finden Sie die dreizehn Malwerkzeuge, die GIMP Ihnen zur Verfügung stellt.

Abbildung 14.39. Die Malwerkzeuge im Werkzeugkasten

Die Malwerkzeuge im Werkzeugkasten

Malwerkzeuge sind Werkzeuge, die, wenn sie bei gedrückter Maustaste den Mauszeiger in einem Bild bewegen, Pinselstriche hinterlassen. Vier von ihnen,

und der MyPaint-Pinsel, ein neues Funktionsmerkmal seit GIMP 2.10.6,

verhalten sich ähnlich wie ihre realen Vorbilder: Sie können sie benutzen, um zu zeichnen. Stift, Pinsel und Sprühpistole sind die »einfachen« Malwerkzeuge bzw. Pinselwerkzeuge.

Die restlichen Malwerkzeuge benutzen einen Pinsel für etwas andere Arbeiten:

Wenn Sie GIMP mit einem Grafiktablett anstelle der Maus bedienen, wird die Arbeit mit den Malwerkzeugen noch realistischer. Das Zeichnen wird viel intuitiver und sensibler als mit der Maus. Zusätzlich verfügen die Malwerkzeuge über spezielle Eigenschaften zur Einstellung der Druckempfindlichkeit, welche aber nur zusammen mit einem Grafiktablett eingesetzt werden können.

Zusätzlich zu der sehr gebräuchlichen Arbeitsweise von Hand können die Malwerkzeuge auch automatisch angewendet werden, indem Sie einen Pfad erstellen und diesen dann anstreichen. Sie können jedes der Malwerkzeuge, inklusive Radierer, Weichzeichner etc. benutzen, um GIMP anstreichen zu lassen. Lesen Sie im Kapitel Abschnitt 3.20, „Auswahl nachziehen“ nach, um mehr über diese Funktion zu erfahren.

3.1.1. Zusatztasten

Strg

Wenn Sie die Strg-Taste gedrückt halten, rufen Sie bei den meisten Malwerkzeugen die Pipette auf. Der Farbauswahlmodus (die Pipette) bewirkt, dass beim Klicken auf einen Pixel dessen Farbe automatisch von GIMP als Vordergrundfarbe aufgenommen wird (für den Radierer wird die Hintergrundfarbe gesetzt). Beim Klonen-Werkzeug dient die Strg-Taste zum Aufnehmen eines Referenzpunktes. Wenn Sie das Werkzeug »Weichzeichnen/Schärfen« aktiviert haben, schaltet die Strg-Taste zwischen den Modi »Weichzeichnen« und»Schärfen« um. Entsprechend wird beim Werkzeug »Abwedeln/Nachbelichten« eben zwischen »Abwedeln« und »Nachbelichten« gewechselt.

Umschalt

Diese Taste hat bei fast allen Malwerkzeugen den gleichen Effekt: Sie schaltet das Werkzeug in den Modus »Linien zeichnen«. Um eine gerade Linie mit einem der Malwerkzeuge zu zeichnen, klicken Sie den Startpunkt an und drücken danach die Umschalt-Taste. Solange Sie die Umschalt-Taste gedrückt halten, wird Ihnen GIMP eine dünne Hilfslinie zwischen dem Startpunkt und der aktuellen Position des Mauszeigers anzeigen. Sobald Sie erneut klicken, wird die gerade Linie eingezeichnet. Sie können die Umschalt-Taste gedrückt halten und weitere Punkte anklicken, um auf diese Weise eine Reihe verbundener, gerader Liniensegmente zu zeichnen.

Strg+Umschalt

Wenn Sie beide Tasten gedrückt halten, wird das Malwerkzeug in den Modus »Beschränkte gerade Linie« geschaltet. Dieser Modus ist ähnlich dem, wenn Sie nur die Umschalt-Taste gedrückt halten. Zusätzlich wird GIMP jedoch dafür Sorgen, dass die Orientierung der Linie einem Vielfachen von 15 Grad entspricht. Dies ist sehr hilfreich, wenn Sie exakt waagerechte, senkrechte oder diagonale Linien zeichnen möchten.

3.1.2. Werkzeugeigenschaften

Abbildung 14.40. Allgemeine Werkzeugeigenschaften der Malwerkzeuge

Allgemeine Werkzeugeigenschaften der Malwerkzeuge

Viele Eigenschaften sind in mehreren Malwerkzeugen vorhanden. Diese allgemeinen Werkzeugeigenschaften werden hier beschrieben. Eigenschaften, die nur für ein spezielles Werkzeug verfügbar sind, werden in dem Kapitel beschrieben, in welchem das Werkzeug detailliert vorgestellt wird.

Modus

Die Modus-Auswahlliste enthält eine Auswahl von Anwendungsmodi fürs Malen. Wie bei der Deckkraft können Sie die Moduseinstellung am besten verstehen, wenn Sie sich vorstellen, dass die Farbe eigentlich auf eine Ebene über der aktiven Ebene aufgetragen wird, wobei der Ebenen-Kompositionsmodus im Ebenendialog auf den ausgewählten Modus gesetzt wurde. Sie können auf diese Weise eine Vielzahl von Spezialeffekten erwirken. Die Moduseinstellung ist nur in Werkzeugen verfügbar, die Farbe auf das Bild auftragen: Den Stift und Pinsel, die Sprühpistole, sowie die Tinte- und Klonen-Werkzeuge. In den restlichen Werkzeugen wird die Moduseinstellung zwar aus Konsistenzgründen angezeigt, ist jedoch ausgegraut. Eine Liste der Modi finden Sie in Abschnitt 2, „Ebenenmodi“.

Einige Modi sind etwas Besonderes und weiter unten beschrieben.

Deckkraft

Der Deckkraft-Schieberegler legt die Transparenz der Pinseloperation fest. Um zu verstehen, wie dies funktioniert, können Sie sich vorstellen, dass das Werkzeug eine transparente Ebene über der aktiven Ebene erzeugt und darauf arbeitet. Indem Sie die Deckkraft in den Werkzeugeinstellungen ändern, ändert sich die Deckkraft der transparenten Ebene, so wie Sie sie auch im Ebenendialog ändern können. Sie kontrolliert die »Stärke« aller Malwerkzeuge, nicht nur derjenigen, die auf der aktiven Ebene malen. Beim Radierer kann dies zu Verwirrung führen: Dieser wird umso transparenter, je höher der Wert der »Deckkraft« ist.

Pinsel

Der Pinsel legt fest, wie die Werkzeugspitze beschaffen ist, die auf das Bild einwirkt. GIMP erlaubt verschiedene Typen von Pinseln, eine detaillierte Beschreibung dazu findet sich im Kapitel Abschnitt 6, „Pinselspitzen“. Es steht für alle Malwerkzeuge dieselbe Auswahl an Pinseln zur Verfügung, einzige Ausnahme ist das Werkzeug »Tinte«, welches eigene Typen von Pinseln mitbringt. Die Farbe des Pinsels ist nur für die Werkzeuge Stift, Pinsel und Sprühpistole interessant, für die anderen Werkzeuge ist lediglich die Intensitätsverteilung der Pinsel von Bedeutung.

Größe

Mit dem Skalierungsfaktor können Sie die Größe des Pinsels präzise einstellen. Mit den Pfeiltasten lässt sich der Wert um ±0,01 verändern, mit den Tasten Bild↑ bzw. Bild↓ um ±1,00. Dasselbe erreichen Sie, wenn Sie Ihr Mausrad entsprechend in den Einstellungen eingestellt haben. Lesen Sie dazu Die Pinselgröße einstellen.

Seitenverhältnis

Diese Einstellung bestimmt das Verhältnis zwischen der Höhe und Breite des Pinsels. Der Schieberegler erlaubt Werte zwischen -20,00 und 20,00, wobei die Vorgabeeinstellung 0,00 ist. Bei einem negativen Wert zwischen -20 und 0 verringert sich die relative Höhe des Pinsels, während sich bei einem positiven Wert zwischen 0 und 20 die relative Breite verringert.

Winkel

Mit dieser Einstellung lässt sich der Pinsel um seinen Mittelpunkt drehen. Dies ist nur sichtbar, wenn der Pinsel nicht kreisförmig ist oder durch eine gedrehte Form entstanden ist.

Abstand

Diese Einstellung regelt den Abstand zwischen den Pinselformen in einem Strich.

Abbildung 14.41. Abstandseinstellung

Abstandseinstellung

Verschiedene Abstände


Härte

Verändert die Größe des harten Pinselkerns.

Abbildung 14.42. Härteeinstellung

Härteeinstellung

Links: Härte=50 Rechts: Härte=100.


Druck

Verändert die Verstärkung.

Abbildung 14.43. Druckeinstellung

Druckeinstellung

Druck beträgt 10%, 20%, 40%, 80%.


Dynamiken

Mit Zeichendynamiken können Sie verschiedene Pinseleinstellungen auf mehrere Eingabedynamiken anwenden. Sie kommen hauptsächlich beim der Verwendung mit Grafiktabletts zum Einsatz. Einige können jedoch auch mit einer Maus genutzt werden.

Weitere Informationen zu Dynamiken finden sie unter Dynamiken.

Beim »Pfad nachziehen« und bei »Auswahl nachziehen« gibt es die Möglichkeit, die Zeichendynamik zu emulieren, wenn Sie mit einem Malwerkzeug nachziehen. Damit variieren beim Nachziehen Pinseldruck und -geschwindigkeit auf der Länge des Pinselstrichs. Der Pinseldruck beginnt mit Null, steigt auf 100% und fällt dann wieder auf Null. Die Geschwindigkeit beginnt bei Null und steigt bis zum Ende des Pinselstrichs auf 100%.

Optionen der Dynamik

Diese Eigenschaften sind unter Optionen der Dynamik beschrieben.

Zittern hinzufügen

Sie kennen bereits den »Abstand« bei Pinselstrichen: die Striche werden durch wiederholtes Auftragen der Pinselform erzeugt, und wenn diese Abdrücke sehr dicht beieinander liegen, wird der Eindruck einer ununterbrochenen Linie geschaffen. In diesem Fall werden die Abdrücke nun nicht mehr genau ausgerichtet, sondern um einen bestimmten Betrag gestreut, den Sie mit dem Schieberegler Menge festlegen können.

Abbildung 14.44. Beispiel für »Zittern«

Beispiel für »Zittern«

Oben: ohne Zittern. Mitte: Zittern = 1. Unten: Zittern = 4.


Zittern ist auch im Editor für Zeichendynamik verfügbar, wo Sie ihn zum Pinselverhalten hinzufügen können.

Weiches Zeichnen

Diese Einstellung beeinflusst nicht das Zeichnen des Pinselstrichs, sondern dessen Form. Sie entfernt die Wackler, die beim Zeichnen der Linie entstehen. Das erleichtert das Zeichnen mit einer Maus.

Wenn diese Einstellung aktiviert ist, erscheinen zwei Schieberegler: Qualität und Gewicht. Sie können die Vorgabewerte nach Ihren Bedürfnissen anpassen.

Hohe Gewichte verfestigen den Pinselstrich.

Abbildung 14.45. Beispiel für »Weiches Zeichnen«

Beispiel für »Weiches Zeichnen«

Es wird versucht, eine gerade Linie und eine Sinuskurve mit der Maus zu zeichnen. 1: Einstellung deaktiviert 2: Vorgabewerte 3: Maximalwerte


Pinsel an Ansicht koppeln

Wenn Sie an einem Bild arbeiten, dass (in Pixeln) größer als Ihr Bildschirm ist, müssen Sie das Bild oft vergrößern und verkleinern. Diese Einstellung ermöglicht einen ganz natürlichen, schrittweisen Verbesserungsprozess, bei dem Sie nicht immer wieder die Pinselgröße zwischen »Grob- und Feinarbeit« wechseln müssen.

Wenn die Pinselgröße relativ zur Leinwand ist (Einstellung deaktiviert), vergrößert sich der Pinsel beim Vergrößern mit (nimmt mehr Pixel auf dem Bildschirm ein). Angenommen, Sie arbeiten mit einem 300 Pixel großen, kreisförmigen Pinsel und vergrößern das Bild von 12% auf 100%, dann nimmt der Pinsel nun Ihren halben Bildschirm ein! Sie müssen also den Pinsel zunächst verkleinern.

Wenn die Pinselgröße relativ zum Bildschirm ist (Einstellung aktiviert), behält der Pinsel beim Vergrößern seine Größe bei, sodass Sie an winzigen Details arbeiten können.

Abbildung 14.46. Beispiel für »Pinsel an Ansicht koppeln«

Beispiel für »Pinsel an Ansicht koppeln«

Dieses Bild ist das Bildschirmfoto von einem kleinen Teil eines TIFF-Bildes, das größer als mein Bildschirm ist. Hier stellt GIMP das TIFF-Bild mit 50% Vergrößerung dar, sodass das ganze Bild sichtbar ist. Die Einstellung ist nicht aktiviert und die Pinselgröße beträgt 100 Pixel.

Beispiel für »Pinsel an Ansicht koppeln«

Bildschirmfoto: Vergrößerung 200%. Die Einstellung ist deaktiviert. Wir malen mit einem Pinsel, der die Paprika-Form hat und im Werkzeugkasten 100 Pixel groß ist: Auf dem Bildschirm beträgt die Pinselgröße 200 Pixel.

Beispiel für »Pinsel an Ansicht koppeln«

Bildschirmfoto: Vergrößerung 200%. Die Einstellung ist aktiviert. Wir malen mit einem Pinsel, der die Paprika-Form hat und im Werkzeugkasten 100 Pixel groß ist: Auf dem Bildschirm beträgt die Pinselgröße 100 Pixel.


Die Einstellung »Pinsel an Ansicht koppeln« kann auch verwendet werden, um den Pinsel an eine gedrehte Ansicht zu koppeln:

Abbildung 14.47. Beispiel zum Koppeln des Pinsels an die gedrehte Ansicht

Beispiel zum Koppeln des Pinsels an die gedrehte Ansicht

Bildschirmfoto. Die Einstellung ist deaktiviert und die Ansicht wurde über AnsichtUmkehren & DrehenUm 15° im Uhrzeigersinn drehen gedreht: Der Pinselstrich ist gedreht.

Beispiel zum Koppeln des Pinsels an die gedrehte Ansicht

Die gleiche Situation, allerdings ist die Einstellung aktiviert: Der Pinsel ist an die originale, nicht-gedrehte Ansicht gekoppelt und und der Pinselstrich ist nicht gedreht.


Steigernd

Applies the effect incrementally as the mouse pointer moves.

Die Eigenschaft Steigernd funktioniert scheinbar nicht so, wie man erwarten würde. Sie bewirkt, wenn sie eingeschaltet ist, dass die Deckkraft mit jedem Pinselstrich über die selbe Stelle des Bildes gesteigert wird. Dabei kann aber auch bei vielfachem Überstreichen der selben Stelle mit dem selben Pinselstrich die Deckkraft nicht den in der entsprechenden Werkzeugeigenschaft eingestellten Wert überschreiten. Ist die Eigenschaft Steigernd nicht aktiviert, erzeugt bereits das erste Überstreichen die maximale Deckkraft. Diese Eigenschaft ist für alle Malwerkzeuge verfügbar, die nicht über die Eigenschaft »Rate« verfügen. Die Einstellungen für »Rate« erzeugen automatisch einen Steigerungseffekt. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 2, „Ebenenmodi“.

3.1.3. Beispiele für Malmodi

Die folgenden Beispiele demonstrieren einige von GIMPs Malmodi:

Vernichten

Abbildung 14.48. Beispiel für »Vernichten«

Beispiel für »Vernichten«

Zwei Pinselstriche, beide gezeichnet mit der Sprühpistole und dem gleichen unscharfen, runden Pinsel. Einmal im Modus »Normal« (links) und einmal im Modus »Vernichten« (rechts).


Bei einer Deckkraft von weniger als 100% bestimmt dieser nützliche Modus nicht die Transparenz, sondern die Wahrscheinlichkeit, mit der überhaupt Farbe aufgetragen wird. Dies erzeugt schöne Punktmuster für Pinselstriche und Füllungen.

Abbildung 14.49. Im Modus »Vernichten« malen

Im Modus »Vernichten« malen

Dieses Bild besitzt nur die Hintergrundebene und keinen Alphakanal. Die Hintergrundfarbe ist himmelblau. Von links nach rechts: Deckkraft 100%, 50%, 25%. Die Vordergrundpixel sind entlang des Pinselstrichs verstreut.


Hinter

Abbildung 14.50. Beispiel für den Ebenenmodus »Hinter«

Beispiel für den Ebenenmodus »Hinter«

Wilber auf einer blauen Hintergrundebene

Beispiel für den Ebenenmodus »Hinter«

Ebenendialog

Beispiel für den Ebenenmodus »Hinter«

Mit Muster gefüllt


Dieser Modus trägt Farbe nur in den transparenten Teilen einer Ebene auf. Je geringer die Deckkraft der Ebene, um so mehr Farbe wird aufgetragen. Daher hat Zeichnen auf undurchsichtigen Bildteilen keine sichtbaren Auswirkungen, während das Zeichnen auf (teil-)transparenten Flächen die gleiche Wirkung hat wie ein Zeichnen im Modus »Normal«. Natürlich funktioniert das Beschriebene nur dann sinnvoll, wenn es für die Ebene einen Alphakanal gibt.

Im obigen Beispiel enthält die oberste Ebene ein Bild von Wilber umgeben von Transparenz, die Ebene darunter ist vollständig blau. Mit dem Füllwerkzeug wird bei aktivierter Eigenschaft Ganze Auswahl füllen die gesamte Ebene ausgewählt und mit einem Muster gefüllt.

Das Beispielbild unten hat zwei Ebenen, die obere ist die aktive. Es werden drei rote Pinselstriche mit dem Stift aufgetragen, mit Deckkraft 100%, 50% und 25%. Nur die transparenten oder teilweise transparenten Pixel der Ebene werden gefärbt.

Abbildung 14.51. Im Modus »Hinter« malen

Im Modus »Hinter« malen

Mit Deckkraft 100%, 50%, 25% gemalt (von links nach rechts)


Farbe entfernen

Abbildung 14.52. Beispiel für den Ebenenmodus »Farbe entfernen«

Beispiel für den Ebenenmodus »Farbe entfernen«

Wilber auf einer blauen Hintergrundebene

Beispiel für den Ebenenmodus »Farbe entfernen«

Weiße Vordergrundfarbe entfernt


Dieser Modus löscht die Bereiche in der aktuellen Vordergrundfarbe, macht sie also teilweise transparent. Er funktioniert wie das Filter Farbe nach Alpha, angewandt auf den Bereich unter dem Pinselstrich. Wie beim Modus »Hinter« muss die Ebene einen Alphakanal haben, damit man den Effekt sehen kann.

Im obigen Beispielbild war die Farbe des »Füllen«-Werkzeugs weiß. Daher wurden die weißen Teile von Wilber gelöscht, wodurch der Hintergrund sichtbar wurde.

Im nachfolgenden Beispiel hat das Bild nur eine Ebene, die Hintergrundebene. Die Hintergrundfarbe ist Himmelblau, die Vordergrundfarbe Rot. Es werden drei Pinselstriche mit dem Stift aufgetragen:

  1. In genau derselben Farbe wie der blaue Streifen: nur diese blaue Farbe wird entfernt.

  2. In genau derselben Farbe wie der rote Streifen: nur diese rote Farbe wird entfernt, unabhängig von der Deckkraft. Der entfernte Bereich wird transparent.

  3. In dem Himmelblau der Hintergrundfarbe: nur diese Farbe wird entfernt.

Abbildung 14.53. Im Modus »Farbe entfernen« malen

Im Modus »Farbe entfernen« malen

Von links nach rechts: mit Blau, Rot und Hintergrundfarbe gemalt.


3.1.4. Weitere Informationen

Erfahrene GIMP-Anwender wird es möglicherweise interessieren zu erfahren, dass alle Malwerkzeuge auf Subpixelebene arbeiten. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Kanten der gezeichneten Striche allzu zackig aussehen. Eine Konsequenz aus diesem Vorgehen ist, dass, selbst wenn Sie mit einem Pinsel mit harter Kante arbeiten, die Pixel am Rand eines gezeichneten Strichs nicht vollständig gefärbt werden. Wenn Sie einen solchen »Alles-oder-Nichts-Effekt« benötigen, weil Sie beispielsweise Pixel-genau arbeiten müssen oder eine sehr exakte Auswahl benötigen, sollten Sie den Stift benutzen, dieser sorgt bei allen Pinseln für absolut harte Kanten und schaltet das Subpixel-Antialiasing ab.