Kapitel 5. Bilder in GIMP hineinbekommen

Inhaltsverzeichnis

1. Aufbau von Bildern in GIMP
2. Bilddateien erstellen
3. Bilddateien öffnen
3.1. Bild öffnen
3.2. Von Ort öffnen
3.3. Zuletzt geöffnet
3.4. Externe Programme verwenden
3.5. Dateiverwaltung
3.6. Ziehen und ablegen
3.7. Kopieren und Einfügen
3.8. Bildbetrachter

In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie Bilder in GIMP hineinbekommen. Konkret geht es darum, Bilder in GIMP zu erstellen, aus Dateien zu laden, zu scannen und Bildschirmfotos zu erzeugen.

Zuvor erfahren Sie jedoch noch einige Dinge über den allgemeinen Aufbau von Bildern in GIMP.

1. Aufbau von Bildern in GIMP

Es mag verlockend sein, sich ein Bild in GIMP einfach als eine Fläche vorzustellen, auf der man zeichnen, die man mit Filtern verändern und dann in einem Dateiformat wie JPEG speichern kann. Prinzipiell könnten Sie es in der Tat bei dieser Vorstellung belassen, allerdings wird sich Ihnen die Welt von GIMP dann nur in einem klitzekleinen Ausschnitt präsentieren. Um Ihnen das ganze GIMP-Universum zugänglich zu machen, werden wir Ihnen in diesem Kapitel Begriffe wie Farbmodell, Ebene, Kanal, Maske und Pfad näher bringen.

Die grundlegendste Eigenschaft eines Bildes ist sein Modus. Es gibt drei Modi: RGB, Graustufen und Indiziert. RGB steht hierbei für Rot-Grün-Blau und bedeutet, dass jeder Punkt im Bild durch einen roten, grünen und blauen Wert definiert wird. Jeder dieser Farbkanäle besitzt 256 Intensitätsstufen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Farbmodelle.

In einem Graustufenbild wird jeder Punkt durch einen Helligkeitswert zwischen 0 (Schwarz) und 255 (Weiß) definiert. Werte dazwischen bilden unterschiedliche Grauwerte ab.

Abbildung 5.1. Komponenten der Farbmodelle RGB und CMY

Komponenten der Farbmodelle RGB und CMY

Im RGB-Farbmodell ergeben die Grundfarben Rot, Grün und Blau zusammengemischt Weiß. Ein Anwendungsbeispiel ist die Darstellung von Farben auf einem Bildschirm.

Komponenten der Farbmodelle RGB und CMY

Im CMY(K)-Farbmodell ergeben die Grundfarben Cyan, Magenta und Yellow (Gelb) zusammengemischt Schwarz. Ein Anwendungsbeispiel ist der Farbdruck, bei dem oftmals zusätzlich echtes Schwarz (K) verwendet wird.


Im Prinzip besteht der Unterschied zwischen Graustufe und RGB in der Anzahl an »Kanälen«: Ein Graustufenbild besitzt einen Kanal, ein RGB-Bild drei Kanäle. Ein RGB-Bild kann daher auch als Überlagerung von drei Graustufenbildern angesehen werden, wobei die drei Graustufenbilder in Rot, Grün und Blau eingefärbt sind.

Tatsächlich besitzen RGB- und Graustufenbilder noch einen weiteren Kanal, genannt Alphakanal, der die Deckkraft darstellt. Eine Ebene mit einem Alphawert von 0 ist komplett transparent (Sie können durch sie hindurchsehen) und die Farbe wird durch die darunterliegenden Ebenen bestimmt. Bei einem maximalen Alphawert von 255 ist die Ebene undurchlässig (Sie können nicht durch Sie hindurchsehen); es werden die Farben dieser Ebene dargestellt. Alphawerte zwischen diesen beiden Extremen führen zu einer halbtransparenten Ebene: Hier wird die Farbe als anteilige Mischung der Ebenenfarbe und der Farbe der darunterliegenden Ebenen bestimmt.

Abbildung 5.2. Ein Bild im RGB-Modus und im Graustufenmodus

Ein Bild im RGB-Modus und im Graustufenmodus

Ein Farbbild im RGB-Modus mit den zugehörigen Kanälen für Rot, Grün und Blau.

Ein Bild im RGB-Modus und im Graustufenmodus

Ein Bild im Modus »Graustufen« mit dem zugehörigen Kanal für die Helligkeit.


In GIMP kann jeder Farbkanal (einschließlich des Alphakanals) einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen. In der Fachterminologie entspricht das einer 8-Bit-Tiefe. Bilder mit einer 16-Bit-Tiefe pro Farbkanal, wie sie einige Digitalkameras produzieren, kann GIMP nicht ohne Auflösungsverlust laden. In den meisten Fällen spielt das für das menschliche Auge keine Rolle. In einigen Fällen, wie bei großen Bereichen mit Farbverläufen könnte der Unterschied sichtbar sein.

Abbildung 5.3. Ein Bild mit Alphakanal

Ein Bild mit Alphakanal

Rot-Kanal

Ein Bild mit Alphakanal

Grün-Kanal

Ein Bild mit Alphakanal

Blau-Kanal

Ein Bild mit Alphakanal

Der Alphakanal beschreibt, welche Bildbereiche transparent sein sollen.

Ein Bild mit Alphakanal

Ein Farbbild im RGB-Modus mit Alphakanal.


Der dritte Modus namens Indiziert ist etwas schwieriger zu verstehen. In einem indizierten Bild wird nur ein eingeschränkter Farbraum von diskreten Farben verwendet, normalerweise 256 oder weniger Farben. Diese Farben formen die »Farbtabelle« und jeder Punkt in dem Bild entspricht einer Farbe aus der Farbtabelle. Das hat den Vorteil, dass indizierte Bilder mit relativ wenig Speicherbedarf gespeichert werden können. In den frühen Jahren des Computerzeitalters waren diese Bilder sehr verbreitet. Heutzutage trifft man sie immer seltener an. Es ist dennoch wert, sie in GIMP zu unterstützen. (Es gibt übrigens auch einige wichtige Bildmanipulationstechniken, die einfacher auf indizierte Bilder anzuwenden sind als auf RGB-Bilder.)

Verschiedene Dateiformate werden als indizierte Bilder in GIMP geöffnet (z.B. GIF, PNG). Viele der GIMP-Werkzeuge und -Filter funktionieren durch die begrenzte Anzahl von Farben unter Umständen nicht auf indizierten Bildern. Daher empfehlen wir Ihnen, die geöffneten Bilder nach RGB zu konvertieren, bevor das Bild manipuliert wird. Falls nötig kann das bearbeitete Bild wieder zurückkonvertiert werden.

Mit GIMP ist es sehr einfach, ein Bild von einem Modus in einen anderen umzuwandeln. Hierzu steht Ihnen der Befehl Modus im Bildfenster zur Verfügung. Bitte beachten Sie jedoch, dass bei der Umwandlung zum Beispiel von RGB nach Graustufen Informationen verloren gehen können (nämlich in diesem Fall alle Farbinformationen) und Sie diesen Schritt nicht rückgängig machen können.

[Anmerkung] Anmerkung

Sollten Sie einen Filter benutzen wollen, der ausgegraut im Menü erscheint, liegt das sehr oft am Farbmodus des Bildes. Manche Filter funktionieren nur auf Bilder mit RGB-Farbmodus. Manche davon benötigen noch einen zusätzlichen Alphakanal. Meistens reicht es jedoch aus, den Farbmodus auf RGB zu ändern.